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    Ausbildung in der Pandemie - ver.di fordert mehr Unterstützung der Azubis

    22.03.2021

    „Man weiß teils nicht, wie man sich verhalten soll und welche Ansprüche man stellen darf“ - Auszubildende brauchen mehr Unterstützung in der Pandemie 

    Unsicherheit, fehlende Orientierung, Ängste – zusammengefasst ist das die Stimmung, die die Ausbildung in der Pandemie bestimmt. Einer Umfrage der ver.di Jugend Niedersachsen-Bremen zur Ausbildungslage in der Pandemie zufolge, gibt es für Auszubildende aus unterschiedlichsten Bereichen aktuell zwei große bestimmende Themen, die mit Problemen verbunden sind: Die Durchführung von Prüfungen und Homeoffice in der Ausbildung. 321 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt und die Ergebnisse verdeutlichen: In Zeiten von Unsicherheit und Veränderung in allen Lebensbereichen durch die Pandemie fallen Auszubildende mit ihren Bedürfnissen oft hinten runter. Teilnehmende der Umfrage thematisieren allgemein, dass Homeschooling und Distanzlernen im schulischen Teil zu großen Problemen führt, betrieblich die Lerneffekte deutlich geringer ausfallen, das menschliche Miteinander auf der Strecke bleibt, fachliche Anleitungen und die Einbindung in betriebliche Abläufe zum Teil wegfallen und fehlende Planbarkeit als Belastung empfunden wird. 

    Ein Hauptproblem ist die Kommunikation und fehlende Planbarkeit für Azubis – das gilt sowohl für den Distanzunterricht im schulischen Teil, für die Arbeit im Homeoffice und für die Arbeit in den Betrieben und Dienststellen. Die pandemiebedingten Umstrukturierungen von betrieblichen Abläufen führen oft dazu, dass es für Auszubildende keine Ansprechpersonen vor Ort gibt oder die Betreuung im Homeoffice nur bedingt funktioniert. Eine befragte Person berichtet: „Wir müssen unseren Abschlusslehrgang komplett von zuhause aus erarbeiten (50 Prozent über Videochat, 50 Prozent alleine). Dies verunsichert einen sehr.“ Gleiches gilt für den schulischen Unterricht. Über die Hälfte der Befragten gibt an, Probleme bei Zwischen- oder Abschlussprüfungen zu haben. Die zwei Hauptprobleme: erstens Unterrichtsstoff wurde nicht vermittelt, zweitens Prüfungen wurden kurzfristig abgesagt oder verschoben. „Es gab keinen Unterricht – nur, wenn Fragen aufkamen, wurden sie per E-Mail beantwortet“, das berichtet ein Auszubildender in der Befragung. 

    Landesjugendsekretär Jonas Schmidt fordert Konsequenzen: „Auszubildende brauchen gerade in der Pandemiesituation Planungssicherheit. Best Practice-Beispiele müssen übertragen werden, es müssen Regelungen zur Sicherstellung der Ausbildungsqualität im Homeoffice geschaffen werden und fehlender Lernstoff muss ohne Zusatzbelastungen für die Auszubildenden nachgeholt werden. Wenn Berufsschulen dann Angebote zur Nachholung nicht vermittelter Ausbildungsinhalte machen, dann erwarten wir, dass Betriebe ihre Auszubildenden dafür freistellen.“

    Die Begleitung von Auszubildenden in den Betrieben und Dienststellen sowie im schulischen Teil der Ausbildung braucht seit der Pandemie eine intensivere Betreuung als zuvor. Planung der Vermittlung von Ausbildungsinhalten, Umstellung auf digitale Lernformate und die Gestaltung des regelmäßigen Austausches zwischen Ausbilder*innen, Mitarbeitenden und Azubis brauchen Zeitressourcen für die Vorbereitung und diese fallen nicht vom Himmel. 

    Die Umfrage und die Erfahrungen aus den Betrieben zeigen, dass Ausbildung insbesondere in der Pandemie nichts ist, was einfach nebenbei laufen kann. 

    Kontakt: Jonas Schmidt, Landesjugendsekretär
    M 01511 555 3487
    Jonas.Schmidt@verdi.de

     

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