Pressemitteilungen

    Proteste gegen Befristungswahnsinn an Niedersächsischen Universitäten

    Proteste gegen Befristungswahnsinn an Niedersächsischen Universitäten

    12.11.2019

    Zusätzliche Mittel für unbefristete Stellen nutzen

    In Göttingen, Osnabrück und Oldenburg haben sich am 11.11.2019 Angestellte, Studierende und Lehrbeauftragte zu Protestversammlungen zusammengefunden. Sie machten damit ihrem Unmut darüber Luft, dass ca. 90 Prozent der Stellen im wissenschaftlichen Bereich und etwa ein Viertel aller Stellen im wissenschaftsunterstützenden Bereich (Verwaltung, Technik, Koordination) befristet sind, zum Teil mit Verträgen, die weniger als ein Jahr Laufzeit haben.

    Nachdem sich in diesem Jahr die Bundesländer mit dem Bund auf eine Verstetigung von zusätzlichen Mitteln für die Hochschulen geeinigt hatten, müssen die Länder ihre Planung für die Verwendung der insgesamt 3,76 Mio. € dem Bund gegenüber bis Mitte Januar mitteilen.

    Mit ihren Aktionen wollen die Beschäftigten deutlich machen, dass für Daueraufgaben auch Dauerstellen an den Hochschulen geschaffen werden müssen.

    Am heutigen Montag, 11.11.  tagt auch die Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, der Zusammenschluss der Niedersächsischen Hochschulen und Universitäten, angeführt von ihren Präsident*innen.

    „Die Hochschulkanzler*innen haben zuletzt in ihrer Bayreuther Erklärung deutlich gemacht, dass sie am System der Befristungen festhalten wollen und diese immens hohe Quote von prekären Beschäftigungsverhältnissen an bundesdeutschen Hochschulen auch für notwendig und sinnvoll halten. Wir sagen hingegen, dass gute Wissenschaft und Lehre nur mit guten Arbeitsverhältnissen geht, dazu gehört auch eine gesicherte planbare Perspektive, entfristete Stellen und ausreichend Mitteln für die Hochschulen“, so Dr. Frank Ahrens von der Gewerkschaft ver.di.

    ver.di appelliert an die Präsidien der Niedersächsischen Hochschulen und die Verantwortlichen in der Landespolitik, sich für die Interessen der befristet Beschäftigten einzusetzen und für die Aufgaben in Wissenschaft und Lehre gute und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

    So kamen z.B. an der Universität Göttingen die Protestierenden unter dem Motto „ich bin dann mal weg“ zu einer Aktion in der Mittagszeit auf dem Zentralcampus zusammen. Sie wollten damit verdeutlichen, dass sie stets auf gepackten Sachen sitzen – langfristige Perspektiven seien somit unmöglich. „Die Präsident*innen der niedersächsischen Hochschulen haben heute die Möglichkeit sich von der ‚Bayreuther Erklärung‘ zu distanzieren. 

    Zum Hintergrund:
    Nachdem sich in diesem Jahr die Bundesländer mit dem Bund auf eine Verstetigung von zusätzlichen Mitteln für die Hochschulen geeinigt hatten, müssen die Länder ihre Planung für die Verwendung der insgesamt 3,76 Mio. € dem Bund gegenüber bis Mitte Januar mitteilen. Derzeit wird auf Ministeriumsebene zwischen dem Land Niedersachsen und dem BMBF über die konkrete Umsetzung der Mittelverteilung verhandelt. Die LHK hat sich zuletzt dafür ausgesprochen, dass die für Niedersachsen zur Verfügung stehenden Mittel an alle Hochschularten (Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen, Musik-und Kunsthochschulen, Medizinische Hochschulen) verteilt werden. Einschränkungen nur für bestimmte Hochschulen lehnen die Präsidien ab.

    ver.di plädiert ausdrücklich dafür die Mittel in die Schaffung unbefristeter Arbeitsverhältnisse an den Hochschulen zu geben. Die Aktion in Göttingen ist außerdem eingebettet in die das Aktionsbündnis von ver.di, der GEW und dem Mittelbaunetzwerk „Gute Arbeit in der Wissenschaft“ (NGAWiss) im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Frist ist Frust“.

    www.Frististfrust.net

    www.Uni-goettingen-unbefristet

     

     

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