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    ver.di zum bevorstehenden Kita-Gipfel

    ver.di zum bevorstehenden Kita-Gipfel

    14.06.2022

    Vor Kita-Gipfel: ver.di kritisiert Forderungen des Städtetages, wegen der Ukraine-Krise die Notsituation in den Kitas in Niedersachsen zu verlängern

    Anlässlich des Kita-Gipfels, zu dem Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am morgigen Mittwoch eingeladen hat, kritisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Vorschlag des Städtetags zur dauerhaften Aufstockung der Kita-Gruppen wegen der Ukraine-Krise. „Die Not der Städte ist nachvollziehbar, allerdings gibt es diese auch massiv in vielen Einrichtungen“, sagt Detlef Ahting, ver.di-Landesleiter in Niedersachsen und Bremen. Es gehe um mehr als die Frage, ob ein zusätzliches Kind pro Gruppe aufgenommen werden könne, es gehe um die Grenze des Erträglichen für die Beschäftigten und die Kinder in den Einrichtungen.

    ver.di warnt vor einer Überlastung in den Einrichtungen und einem drohenden Ausfall von Beschäftigten als Folge der Überlastung. Die Gewerkschaft befürchtet zudem, dass deshalb künftig ganze Gruppen nicht aufrechterhalten werden könnten. „Damit ist nicht nur dem einen zusätzlichen Kind nicht geholfen, sondern für 25 weitere Kinder fällt die Betreuung dann auch weg“, sagt Ahting weiter.

    Grundsätzlich ist, nach Angaben der Gewerkschaft, der Fachkräftemangel auch in den Kitas ein weiter wachsendes Problem. „Deshalb müssen alle Wege zur Ausweitung der Ausbildung in diesem Bereich genutzt werden“, sagt Martin Peter, der im ver.di-Landesbezirk unter anderem für Kitas zuständig ist. Die Bezahlung der Ausbildung sei dabei eine wichtige Voraussetzung. Die zusätzliche Verstärkung der Praxisanteile kann, nach Angaben von ver.di, helfen, eine Fehlentscheidung bei der Berufswahl frühzeitig zu korrigieren. „Die Kita ist die erste Bildungsinstitution. Hier findet für viele Kinder eine elementare Förderung ihrer Möglichkeiten und damit auch ihrer Chancen statt. Das erfordert entsprechend qualifiziertes Personal“, sagt Peter weiter.

    Bereits jetzt verlassen, nach Angaben der Gewerkschaft, 26 Prozent der Erzieher*innen nach der Ausbildung in den ersten fünf Jahren ihren erlernten Beruf wieder - auch wegen der hohen Belastung. Hier liegt neben der Ausweitung der Ausbildungskapazitäten ein weiter Ansatz zur Fachkräftesicherung. „Weitere Belastungen durch Aussteiger aus dem Beruf können wir nicht hinnehmen. Wir brauchen dringend Entlastungen von der dauerhaften Belastung“, sagt Peter. Bei besseren Bedingungen hätten Einrichtungen die Chance, einen Teil von denen, die aus dem Beruf ausgestiegen sind, wieder zurückzugewinnen.

    Pressekontakt

    Tobias Morchner
    Pressesprecher

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