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    Kürzung Weihnachtsgeld bei Edeka und Primark

    Edeka und Primark

    Kürzung Weihnachtsgeld bei Edeka und Primark

    Wegen Beteiligung an Streiks - Edeka und Primark kürzen Beschäftigten in Niedersachsen das Weihnachtsgeld 20.12.2021
    Demo vor der Diakonie in Berlin: Tür auf für Tarifverträge Astrid Sauermann Kürzung Weihnachtsgeld bei Edeka und Primark


    Beschäftigte von Edeka und Primark, die in der Tarifrunde Einzelhandel im Sommer ihr Streikrecht ausgeübt haben, sind kurz vor den Festtagen von ihren Unternehmensleitungen abgestraft worden. Ihnen wurde das Weihnachtsgeld gekürzt. Betroffen sind etwa 150 Mitarbeitende des Unternehmens Edeka Minden-Hannover und von Primark Hannover. Die Kürzungen belaufen sich auf bis zu 300 Euro brutto. „Wir fordern die Unternehmen auf, diese Strafmaßnahme umgehend zurückzunehmen“, sagt Sabine Gatz, die ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel in Niedersachsen und Bremen.

    „Wegen der Pandemie haben sich die Kolleg*innen in der Tarifrunde sogar zurückgehalten und unter anderem auf Großkundgebungen verzichtet“, sagt Gatz weiter. Hunderttausende Beschäftigte im Einzelhandel profitierten von der Tariferhöhung. „Die vergleichsweise kleine Gruppe Streikender hat diesen Tarifabschluss erst möglich gemacht und wird jetzt für ihren Einsatz abgestraft“, so die Gewerkschafterin. „Wir fordern die Unternehmen auf, diese Strafmaßnahme umgehend rückgängig zu machen.“

    „Unsere Kolleg*innen brauchen ihr tarifliches Weihnachtsgeld, um Jahresrechnungen zahlen und ihren Kindern ein Weihnachtsgeschenk machen zu können“, sagt Barbara Gorgs, ver.di-Tarifkommissionsmitglied der Edeka Minden-Hannover Regionalgesellschaft. Gerade durch den Einsatz der Beschäftigten in der Pandemie habe Edeka zusätzliche Gewinne erzielt. „Was die Unternehmen jetzt machen, ist zutiefst unmoralisch und das Gegenteil von fairem sozialpartnerschaftlichem Umgang“, sagt Gorgs weiter. Keiner der Mitbewerber im Lebensmitteleinzelhandel habe das Weihnachtsgeld bei den Streikenden gekürzt. Vielmehr sei sogar denen, die keinen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben, weil sie nicht in der Gewerkschaft organisiert sind, das volle Weihnachtsgeld bezahlt worden, so Gorgs

    Hintergrund:

    Von den rund 300.000 Beschäftigten im Einzelhandel Niedersachsen ist mehr als die Hälfte tarifgebunden, beziehungsweise wendet deren Arbeitgeber den Tarifvertrag an. Durch eine Formulierungslücke im Tarifvertragstext bezüglich der tariflichen Sonderzahlungen, ist es möglich, Kürzungen, die für Zeiten von unbezahltem Urlaub oder Langzeiterkrankungen vereinbart wurden, auch auf eine Streikteilnahme anzuwenden. Mündlich hatten das bei Einführung der Reglung die damaligen Tarifverhandlungsführungen ausgeschlossen. Pro Monat, an dem an einem Streiktag teilgenommen wurde, wurde den betroffenen Beschäftigten das Weihnachtsgeld anteilig um ein Zwölftel gekürzt. Die Regelung existiert im Einzelhandel bundesweit ausschließlich in Niedersachsen.

    Pressekontakt

    Tobias Morchner
    Pressesprecher

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