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    TV Ländliche Erwachsenenbildung - Streiks nicht ausgeschlossen

    TV Ländliche Erwachsenenbildung - Streiks nicht ausgeschlossen

    15.12.2020

    Kein verhandlungsfähiges Angebot bei den Tarifverhandlungen mit der Ländlichen Erwachsenenbildung in Niedersachsen

    Seit Mai 2019 und in 10 Verhandlungsrunden hat der Arbeitgeber der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) kein Verhandlungsangebot auf den Tisch gelegt. ver.di fordert nichts unanständiges, sondern einen Tarifvertrag, der dem Niveau des Öffentlichen Dienstes entspricht, den Ausschluss sachgrundloser Befristungen und einen individuellen Entfristungsanspruch jedes Beschäftigten nach zwei Jahren.

    „Der Arbeitgeber macht in den Verhandlungen zwei Schritte vor und drei zurück. Er hat in noch keinem einzigen der für uns wichtigen Punkte ein substantielles Angebot vorgelegt“, so Annette Langner- Grothe, pädagogische Mitarbeiterin mit dem Schwerpunkt Migrations-und SGB II-Beratung, „auch in der letzten Verhandlung am 4. Dezember sind wir wieder nur vertröstet worden. Das muss aufhören.“

    Die ca. 400 Beschäftigten, verteilt auf über 30 Standorte verdienen ungleiches Geld für gleiche Arbeit. Die Gehaltsunterschiede betragen für die gleiche Tätigkeit bis zu 500 Euro. Sabine Herbst, Diplompädagogin und pädagogische Mitarbeiterin in der Jugendanstalt Hameln: „Nach 25 Jahren Betriebszugehörigkeit kann ich selbstbewusst sagen, dass die LEB davon lebt, dass erfahrene Beschäftigte die einzelnen Standorte erfolgreich am Laufen halten. Ich arbeite seit 15 Jahren zu den gleichen Konditionen mit minimaler Gehaltsteigerung, die nicht mal Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten berücksichtigt, geschweige denn eine finanzielle Aufwertung bedeutet.“ 

    Die Gehaltsdifferenz zum Tarifvertrag des Öffentliche Dienstes beträgt bis zu 30 Prozent. Über 30 Prozent der pädagogischen Mitarbeiter ist befristet beschäftigt. „Gerade aufgrund der vielen offenkundigen Missstände und der Ankündigung des Arbeitgebers 2019, mit der Gewerkschaft ver.di einen Tarifvertrag abzuschließen, macht die Tatsache, dass uns immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, umso enttäuschender“, so Ulrike Schilling, Verhandlungsführerin ver.di. „Ich finde es sehr problematisch, dass der Arbeitgeber gerade in Zeiten einer Pandemie, in der die Beschäftigten wieder mal über sich hinausgewachsen sind, z.B. bei der Umstellung auf hybride und digitale Konzepte die Belegschaft in den Konflikt treibt. Streiks sind nicht ausgeschlossen.“ 

    Nachfragen an:
    Ulrike Schilling, ver.di-Verhandlungsführerin
    Tel. 0421-3301104
    ulrike.schilling@verdi.de 

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