#ZusammenGehtMehr

Warnstreiks in Kitas und sozialen Einrichtungen am Internationalen Frauentag, 8. März

Tarifrunde ÖD 2023 – Zusammen geht mehr!
Pressemitteilung vom 03.03.2023
Aktionstag Sozial- und Erziehungsdienste #ZusammenGehtMehr


Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) setzt sich seit vielen Jahren für die Aufwertung der Sozialen Arbeit ein. Mit Aktionen am Internationalen Frauentag, dem 8. März 2023, soll auf diese Problematik auch in Niedersachsen und Bremen aufmerksam gemacht werden. „Die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter muss die Anerkennung bekommen, die sie verdient. Deshalb zeigen wir am 8. März, wie wichtig diese Beschäftigten für die Gesellschaft sind“, sagt die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende Christine Behle.

Für den gleichen Tag hat ver.di zu bundesweiten Warnstreiks in Kindertagesstätten und sozialen Einrichtungen aufgerufen. Damit reagieren die Beschäftigten auf das völlig unzureichende Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Vom Streik werden auch in Niedersachsen und Bremen viele soziale Einrichtungen und Kindertagesstätten betroffen sein, sodass es zu Einschränkungen des Betriebes bis hin auch zu Schließungen kommen kann. „Es ist bereits jetzt schon so, dass immer mehr Einrichtungen ihre Öffnungszeiten verkürzen müssen, weil das Personal fehlt. Um genug Fachkräfte zu haben, müssen die Arbeitsbedingungen stimmen. Dazu gehört auch die Bezahlung. Dafür streiken die Kolleg*innen“, sagt Katja Wingelewski, Gewerkschaftssekretärin im Landesbezirk Niedersachsen.

In Niedersachsen und Bremen sind am 8. März 2023 einige Demonstrationen und Kundgebungen geplant:

  • Hannover: 9.30 Uhr, Platz vor dem Hauptbahnhof, Ansprechpartnerin: Sabrina Basti 0160/901107641
  • Bremen: 9.30 Uhr, Rudolf-Hilferding-Platz, Ansprechpartner: Jörn Kroppach 01517/4501343
  • Oldenburg: 10.30 Uhr, Rathausmarkt, Ansprechpartnerin: Heike Boldt 0151/1879482
  • Göttingen: 11 Uhr, Gänseliesel, Ansprechpartner: Sebastian Wertmüller 0171/5615026
  • Bremerhaven: 9.30 Uhr, Theodor-Heuss-Platz, Ansprechpartnerin: Jana Mehl 0151/22549103
  • Lüneburg: 10 Uhr, Am Fischmarkt (Alter Kran), Ansprechpartner: Heiko Groppe 0160/2358524
  • Braunschweig: 10 Uhr, Platz der Deutschen Einheit, Ansprechpartner: Sebastian Wertmüller 0171/5615026

Hintergrund:

In den Tarifverhandlungen für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen wurde der Forderung von ver.di nach 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, bisher eine klare Absage erteilt – trotz steigender Preise, hoher Inflation und großer Personallücken, gerade auch in der Sozialen Arbeit. „Das Angebot der Arbeitgeber ist völlig indiskutabel und ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, sagt Christine Behle. Die Beschäftigten, die täglich gute und wichtige Arbeit leisten, brauchen dringend mehr Geld, um die stark gestiegenen Preise für Mieten, Energie und Lebensmittel zahlen und sich und ihre Familien über Wasser halten zu können. Sie kämpfen verstärkt für ihre Forderungen“, erklärt Behle. Die stellvertretende ver.di-Bundesvorsitzende warb um das Verständnis der Eltern, Kinder und anderer vom Streik betroffener Menschen. Die Streiks würden so frühzeitig angekündigt, damit die Betroffenen auf alternative Möglichkeiten bei etwaigen Schließungen oder anderen Einschränkungen ausweichen könnten. Eltern sollten sich bei den jeweiligen Trägern über mögliche Notbetriebe oder andere Ausweichmöglichkeiten informieren.

Behle machte im Weiteren darauf aufmerksam, dass sich gerade in Krisensituationen zeige, welche Bedeutung die Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst als eine Grundlage für gesellschaftliches Miteinander habe. Aktuell spüre man jedoch, wie diese gesellschaftliche Basis zunehmend wegbreche: Bundesweit fehlen allein für die Kitas 270.000 Fachkräfte, um die Bedarfe der Eltern zu erfüllen und gleichzeitig den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Die Rechtsansprüche können nicht mehr erfüllt werden und die Öffnungszeiten der Einrichtungen werden drastisch reduziert. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist de facto nicht mehr möglich. Ähnliches spielt sich in den Jugendämtern ab. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter finden keine Plätze in Heimen, um Kinder in Not unterbringen zu können. Sie kämpfen mit knappen Ressourcen gegen die Auswirkungen von Armut in einem reichen Land.

Die Soziale Arbeit ist mit 83 Prozent eine Branche, in der überwiegend Frauen arbeiten:  beispielweise in Kindertageseinrichtungen, Jugendämtern und Beratungsstellen. Dabei sind die Arbeitsbedingungen häufig prekär. Ob in Teilzeit und/oder als befristet Beschäftigte spüren Frauen die Folgen der aktuellen Krisen am deutlichsten. Zudem mangelt es vielfach an finanzieller Anerkennung für die Arbeit in den sozialen Berufen.

„Mit betrieblichen und öffentlichen Aktionen am Internationalen Frauentag stellen wir uns deshalb in die lange Tradition frauenpolitischer Kämpfe für eine bessere Gesellschaft für alle“, betont die stellvertretende Bundesvorsitzende.

 

Pressekontakt

Tobias Morchner
Pressesprecher

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