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    Tarifrunde Einzelhandel Niedersachsen und Bremen: ver.di fordert …

    Tarifrunde Einzelhandel Niedersachsen und Bremen: ver.di fordert 4,5 Prozent plus 45 Euro 

    23.03.2021

    Wertschätzung auch beim Einkommen – Altersarmut verhindern 

    Hannover. Die ver.di-Tarifkommissionen haben ihre Tarifforderungen für den niedersächsischen und bremischen Einzelhandel beschlossen. Gefordert wird eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro im Monat sowie der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. 

    Die Umsätze im Einzelhandel sind trotz der Pandemie im vergangenen Jahr real um 4,3 Prozent gestiegen. Die Branche hat damit im elften Jahr in Folge ein Umsatzwachstum zu verzeichnen. „Dieses Umsatzplus ist keineswegs ausschließlich auf den Versand- und Internethandel zurückzuführen“, erklärte Sabine Gatz, ver.di-Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in beiden Bundesländern. Auch der Umsatz im stationären Einzelhandel ist im vergangenen Jahr preisbereinigt um 4 Prozent gestiegen. „Viele Kolleginnen und Kollegen meistern die Krise seit einem Jahr an vorderster Front. Das gilt auch für die Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund des Lockdowns zeitweise in Kurzarbeit waren. Auch sie haben den Laden am Laufen gehalten. Allen gemeinsam sind diese Zahlen zu verdanken.“ 

    Zudem richtet ver.di erneut die Forderung an die Arbeitgeberseite, gemeinsam die Tarifverträge des Einzelhandels für allgemeinverbindlich erklären zu lassen. So soll gegen Lohndumping in der Branche vorgegangen werden. „Tarifflucht und ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Kolleginnen und Kollegen sind leider nach wie vor ein großes Problem für die Beschäftigten im Einzelhandel. Dem muss mit der Allgemeinverbindlichkeit (AVE) ein Riegel vorgeschoben werden“, so Gatz weiter. „Wer ein Leben lang hart arbeitet, muss eine Rente über dem Grundsicherungsniveau erhalten. Eine solche Rente bekommt aber nur, wer über 45 Jahre ein monatliches Entgelt von mindestens 2.100 Euro bezieht. Deshalb ist ein Mindestentgelt von 12,50 Euro der erste Schritt zu diesem Ziel und ein klares Signal gegen Altersarmut."  

    Für tarifgebundene Krisenunternehmen und -betriebe will ver.di durch differenzierte Unternehmenstarifverträge Lösungen zur Zukunfts- und Beschäftigungssicherung erreichen. Dazu besteht bereits ein Tarifvertrag aus dem Jahr 2006. Der Tarifvertrag über Gehälter, Löhne und Ausbildungsvergütungen sowie der Tarifvertrag Warenverräumung für die rund 320.00 Beschäftigten im Einzelhandel Niedersachsen sowie rund 27.000 Beschäftigten im Einzelhandel Bremen wurde bereits im Januar zum 30. April 2021 gekündigt. 

    Kontakt:
    Sabine Gatz, ver.di-Verhandlungsführerin Einzelhandel Niedersachsen-Bremen
    mobil 0175 2281638
    sabine.gatz@verdi.de 

     

     

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