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    Branchenfremde Arbeitgeber verhindern Zukunftssicherung der Altenpflege …

    Branchenfremde Arbeitgeber verhindern Zukunftssicherung der Altenpflege

    21.01.2016

    Der Antrag auf Allgemeinverbindlich des Tarifvertrags über die Ausbildungsbedingungen in der Altenpflege in Niedersachsen hat im Tarifausschuss des Landes Niedersachsen keine Mehrheit gefunden. Damit gibt es für die rund 6.700 Auszubildenden keine gleichen Mindeststandards in ihrer Ausbildung. Die Entscheidung stellt die flächendeckende pflegerische Versorgung in Niedersachsen in Frage. 

    Die Antragsteller haben mit Unverständnis auf die Entscheidung des Tarifausschusses reagiert. In dem paritätisch besetzten Gremium gab es bei der Abstimmung ein Patt und damit keine Mehrheit für die Allgemeinverbindlich des Tarifvertrages für die Auszubildende in der Pflege. Mit ihren Gegenstimmen haben die Arbeitgebervertreter einem landesweiten, flächendeckenden Tarifvertrag in der Pflege eine Absage erteilt. 

    Der Arbeitgeberverband der AWO, die Diakonischen Dienstgeber und die Gewerkschaft ver.di verurteilten das ideologisch motivierte Stimmverhalten der  Arbeitgeberseite. „Wir sind uns sicher, dass im Ausschuss sachfremde Motive der Vertreter der Arbeitgeber, die nicht die Pflegebranche vertreten, zu dieser fatalen Entscheidung führten. Hierdurch werden faire Ausbildungsvergütungen bei einer 39-Stunden-Woche und gleiche Ausbildungsstandards mit Füßen getreten“, sagte Joachim Lüddecke, ver.di-Fachbereichsleiter für das Gesundheitswesen in Niedersachsen.  

    „Die Arbeitgebervertreter im Tarifausschuss haben jeden fachlichen Rat ignoriert. Sie missachten die Notwendigkeit, die Attraktivität des Altenpflegeberufes erheblich zu steigern, um dem Fachkräftebedarf zu begegnen. Ihre Ablehnung hat fatale Auswirkungen auf den gesamten Pflegebereich“, betonte Rüdiger Becker, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbandes Niedersachsen (DDN). 

    Der Vorstandsvorsitzende des Arbeitgeberverbandes AWO Deutschland, Rifat Fersahoglu-Weber, ist ebenfalls empört über die negative Entscheidung. „Für junge Menschen, die in einem verantwortungsvollen Berufsfeld tätig werden wollen, wird die Pflege durch diese Ablehnung der Arbeitgeber uninteressanter. Sie werden durch die geringe Wertschätzung für ihre Berufswahl enttäuscht. Wegen des Fachkräftemangels sollte der Wettbewerb in der Pflegebranche ausschließlich über die Qualität und nicht über den Lohn stattfinden.“  

    Hintergrundinformation:
    Tarifvertragsparteien und zugleich Antragsteller sind der Arbeitgeberverband AWO Deutschland, der Diakonische Dienstgeberband Niedersachsen, die Landestarifgemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes im Bereich des Landesverbandes Niedersachsen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen sowie die Gewerkschaft ver.di Niedersachsen-Bremen.

    Für Rückfragen:
    Joachim Lüddecke, ver.di-Fachbereichsleiter Gesundheitswesen
    mobil: 0171 7629298