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    ver.di fordert Umdenken in der Erwachsenenbildung

    ver.di fordert Umdenken in der Erwachsenenbildung

    24.07.2020

    Schutzschirme sind nötig, reichen aber nicht aus!

    27 Betriebs- und Personalräte fordern gemeinsam mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) schnelle finanzielle Hilfe für die Beschäftigten der Erwachsenenbildung. Die Corona-Pandemie wirke als Katalysator und verstärke die ohnehin vorhandene Unterfinanzierung der Branche drastisch. Die Not sei groß: „Es gibt Kurzarbeit und drohende Insolvenzen. Es zeigt sich das Abrutschen von Honorarkräften in ALG II oder Erwerbslosigkeit in großen Umfang. Das gilt es zu verhindern. Jetzt muss schnell und entschlossen reagiert werden“, fordert Landesfachbereichsleiterin Ulrike Schilling.

    Die Interessenvertreter*innen, die mehrere tausend Beschäftigte vertreten, fordern das Land Niedersachsen auf, die Finanzhilfe nach dem Erwachsenenbildungsgesetz kurzfristig an die Pandemie anzupassen. Kosten für Hygienekonzepte und Verluste durch weniger Teilnehmende müssten ausgeglichen werden.

    Zahlreiche Lernorte stünden vor dem Aus. Stefan Tiedtke vom Betriebsrat des Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe: „Die Heimvolkshochschulen ermöglichen Lernen, Qualifizierung und Weiterentwicklung verbunden an einem Ort. Jede hat dabei ein individuelles Profil mit eigenen Schwerpunkten. Diese besonderen Lernorte müssen daher auch über die Pandemie hinaus erhalten bleiben.“

    Auch Beschäftigte und Honorarkräfte müssten durch Schutzschirme abgesichert werden. Dabei könnten die in der Pandemie gemachten Erfahrungen beim Aufbau von digitalen Strukturen und Angeboten helfen, allerdings nicht für Personal- und Sachkostensenkung. Die Lernorte könnten nur durch geschultes Personal eröffnet werden. Eine Verknüpfung von Präsenz- und Online-Lernen, das sogenannte Blended Learning, brauche daher weitere personelle und finanzielle Unterstützung.

    In Bremen habe das Bildungsressort bereits zahlreiche Hilfsmaßnahme umgesetzt, die ver.di gemeinsam mit dem Landesausschuss für Weiterbildung gefordert hat. Ronald Gotthelf aus dem ver.di-Landesfachbereichsvorstand Bildung, Wissenschaft und Forschung findet: „Was in Bremen im ständigen Dialog mit allen Akteuren geleistet wird, muss auch in Niedersachsen möglich sein. Dazu bedarf es dringend einer politischen Steuerung!“

    Um alle Beschäftigten der Branche einzubinden, schaltet ver.di am 24. Juli unter www.verdi-umfrage-biwifo.de eine Umfrage zu den Forderungen frei. „Durch den Mindestlohntarifvertrag in der Weiterbildungsbranche konnte ver.di bereits das Lohndumping stoppen. Wir sehen diese Umfrage als Startschuss, gemeinsam mit den Beschäftigten die Finanzierung in der Erwachsenenbildung vom Kopf auf die Füße zu stellen und so ein Fundament zu schaffen für gute Arbeits- und Lebensbedingungen“, sagt Schilling. Die Arbeitsbedingungen seien an die im öffentlichen Dienst anzugleichen, unbefristete Arbeitsverhältnisse als Norm zu etablieren.

     

     

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

    ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen
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