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    dju fordert schnelle Aufklärung des Naziüberfalls auf Fotografen im Eichsfeld

    04.05.2018

    Die Deutsche Journalistinnen und –Journalisten-Union (dju) fordert schnelle Ermittlungsverfahren und Verurteilungen der beiden Nazis, die am Sonntag zwei Göttinger Fotografen bei Fretterorde im thüringischen Eichsfeld überfallen und verletzt haben. „Die rechten Schläger haben auf offener Straße mit brutaler Gewalt Journalisten an ihrer Arbeit gehindert“, sagt Peter Dinkloh, Mediensekretär der dju in Niedersachsen und Bremen. „Die Täter haben mehrere Grundrechte verletzt. Daher muss der Staat ein besonderes Interesse haben, diesen Fall aufzuklären und die Täter wie auch ihre Unterstützer in der Region in die Schranken zu weisen.“

    Zwei Maskierte haben am Sonntag, dem 29. April, die Fotografen erst zu Fuß in Fretterode und dann mit einen Auto bis Hohengandern verfolgt. Als das Auto der Fotografen dort in einem Graben zum Stehen kam griffen die Schläger die Insassen nach Angaben von Sven Adam, Anwalt eines der beiden Geschädigten, mit einem Baseballschläger, einem Messer, einem mindestens 40 cm großen Schraubenschlüssel und Pfefferspray an.

    Die Namen der Täter sind der Polizei bekannt, sagte eine Polizeisprecherin, und es gibt Fotoaufnahmen, auf denen einer von ihnen deutlich anhand seiner Tätowierung beim Angriff zu identifizieren ist. Auch ist mehr als wahrscheinlich, dass sie aus dem Umfeld des NPD Politikers Thorsten Heise kommen, da die Fotografen Fotos von dessen Grundstück gemacht haben, bevor sie angegriffen wurden.

    „Die Staatswaltschaft sollte durch zügige Maßnahmen wie etwa Hausdurchsuchungen, erkennungsdienstliche Maßnahmen und Vernehmungen deutliche Zeichen gegen das Faustrecht der rechten Szene setzen“, sagt Mediensekretär Dinkloh am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit. „Wer verkennt, dass sich die faschistische Bewegung im Umfeld der Wahlerfolge der AfD im Aufwind glaubt, gibt ihrer menschenverachtende Ideologie Aufwind.“

    Die rechte Szene setzt JournalistInnen in den letzten Jahren zunehmend unter Druck – angefangen mit Nötigung von KollegInnen auf Veranstaltungen etwa am Wohnsitz des AfD Politikers Björn Höcke in Bornhagen bis hin zu Strafanzeigen und Anträgen auf Unterlassungserklärungen, um journalistische Berichterstattung zu verhindern.

    Den Fall im Eichsfeld macht der Einsatz von Waffen besonders schwerwiegend. „Das muss auch die Strafverfolgung durch ihre Maßnahmen deutlich machen“, fordert Mediensekretär Dinkloh. Die dju ist Teil der Gewerkschaft ver.di.