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    Nach gescheiterter Kündigung: ver.di-Betriebsrätin zurück auf ihrem Arbeitsplatz bei Madsack

    29.07.2019

    Nach fristloser Kündigung und gewonnenem Arbeitsgerichtsprozess arbeitet die Betriebsrätin Beate S. seit Anfang Juli wieder in der zum Madsack-Konzern gehörenden MDG Medien Dienstleistungsgesellschaft. Der letzte Versuch des MDG-Geschäftsführers, die Bilanzbuchhalterin (57) nach über 30 Jahren Betriebszugehörigkeit mit 100.000 Euro Abfindung loszuwerden, war erfolglos“, freut sich Annette Rose, Sprecherin der zu ver.di gehörenden Deutschen Journalist*innen Union (dju). Beate S., die von ver.di unterstützt wurde, hat das Geld abgelehnt.

    Nach gesetzlichen Abzügen wäre nur die Hälfte übriggeblieben, deshalb rieten Arbeitsagentur und Anwalt dringend von einem Aufhebungsvertrag ab. „Meine Mandantin hätte eine Arbeitslosengeldsperre bekommen, Steuern und Krankengeld nachzahlen müssen und wäre das Risiko eingegangen, sich mit 57 Jahren einen neuen Arbeitsplatz suchen zu müssen“, sagt ihr Anwalt Walter Lübking. Trotz ihrer Qualifikation würde sie nach Einschätzung der Arbeitsagentur wegen ihres Alters nichts Gleichwertiges finden.  

    Mehr als 100 000 Euro wollte der Konzern offenbar nicht ausgeben, um den MDG-Geschäftsführer zu stützen. Er hatte Beate S. Anfang 2018 fristlos gefeuert und ihr vorgeworfen, sie habe 3,60 Euro Porto für drei Werbebriefe zur Betriebsratswahl erschlichen, die mit der hauseigenen City-Post befördert wurden. 

    Mit diesem strafrechtlichen Kündigungs-Konstrukt scheiterte das Unternehmen in drei Arbeitsgerichtsinstanzen. Der eigentliche Hintergrund der Kündigung waren jahrelange Auseinandersetzungen um die Betriebsratstätigkeit von S. und die Tatsache, dass die Bilanzbuchhalterin der Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer angehört und dafür acht Tage pro Jahr freigestellt werden muss.  

    Anfang Mai hatte ver.di mit einem Flugblatt darauf aufmerksam gemacht, dass S. die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz verweigert werde. Der MDG-Geschäftsführer hatte trotz juristischer Bruchlandung ihre „Freistellung“ verfügt, um einen Aufhebungsvertrag auszuhandeln. Nachdem auch das gescheitert war, wurde Beate S. Anfang Juli von einem neuen Geschäftsführer in Empfang genommen. Sie erhielt ihren früheren Büroraum und ihr Aufgabengebiet zurück. Laut Anwalt Lübking wurde sie freundlich behandelt, Absprachen seien konstruktiv verlaufen. Die Freistellung für ihren Einsatz in der Prüfungskommission soll sie künftig mit dem neuen Vorgesetzten absprechen. 

    Für weitere Informationen:
    Annette Rose, Sprecherin der dju in ver.di Niedersachsen-Bremen
    mobil: 0170 3438237

    Peter Dinkloh, ver.di-Gewerkschaftssekretär Medien
    mobil: 0170 7029278

     

     

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

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