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    Asklepios droht Streikenden erneut mit Kündigung

    Asklepios Seesen

    Asklepios droht Streikenden erneut mit Kündigung

    Tarifauseinandersetzung Asklepios Seesen 29.10.2019

    Streiks werden am Mittwoch und Freitag fortgesetzt – fünftägige Einschränkung des Betriebs – Seesener Bürgermeister Homann (CDU) Redner auf der Streikkundgebung

    Der Tarifkonflikt bei Asklepios in Seesen läuft weiter auf Hochtouren. Nachdem die Gewerkschaft ver.di eine Fortsetzung des Streiks angekündigte, hat Asklepios gestern erneut Streikende einseitig zum Notdienst verpflichtet und bei Streikteilnahme widerrechtlich mit Kündigung bedroht.

    Die Gewerkschaft ver.di verurteilte die Maßnahmen als illegale Einschüchterungsversuche. ver.di-Sprecher Jens Havemann:

    „Die einseitig vom Konzernmanagement erlassene Notdienstverpflichtung ist unzulässig! Das Streikrecht gilt für jeden Beschäftigten! Wenn die Gewerkschaft zum Streik aufruft, ist das Weisungsrecht des Arbeitgebers außer Kraft gesetzt. Die Anweisung von Asklepios ist somit unzulässig.

    Niemand muss der Anweisung folgen!“

    Asklepios hatte Ende vergangener Woche trotz vorheriger Einigung über den Umfang des Notdienstes die Unterschrift unter eine Vereinbarung verweigert und stattdessen neue, für die Gewerkschaft nicht zu erfüllende Forderungen gestellt. So wollte das Konzernmanagement eine Streikbruchprämie in der Notdienstvereinbarung festschreiben ebenso wie die Pflicht jeder Beschäftigten, zunächst auf Station zu erscheinen, um sich dann individuell die Erlaubnis zum Streiken vom Arbeitgeber einzuholen.

    Die Gewerkschaft setzt nun die von ihr angebotene Notdienstbesetzung um. Bereits bei den Streiks Anfang Oktober hatten sich Beschäftigten von ähnlichen Drohungen völlig unbeeindruckt gezeigt und die Streiks wie geplant umgesetzt.

    Linda Bohmhauer, Krankenschwester: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und haben mit den Ärzten eine Besetzung für den Notdienst abgestimmt. Wir kennen aber auch unsere Rechte. Wenn das Konzernmanagement das nicht akzeptiert, sondern auf Einschüchterung setzt, bleiben wir konsequent und gehen streiken – Drohungen hin oder her!“

    Oliver Kmiec, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der ver.di-Streikleitung: „Asklepios lässt in der täglichen Praxis ohne weiteres Besetzungen zu, die unter dem liegen, was wir als Notdienst angeboten haben. Da ist doch klar, wer hier die Verantwortung für die Patienten auch im Alltag ernst nimmt und wer nicht!“

    Am Mittwoch versammeln sich die Beschäftigten zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt mit anschließender Kundgebung auf dem Rathausvorplatz. Die Kundgebung wird gegen 10:30 Uhr beginnen. Redner auf der Kundgebung wird unter anderem der Seesener Bürgermeister Homann (CDU) sein. Themen werden auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Streiks auf Asklepios und Streikvorbereitungen in anderen Kliniken des Konzerns sein.

    Martin Kupferschmidt von der verdi-Streikleitung: „Wir machen uns Sorgen um die Schildautal-Klinik, weil uns Personal fehlt. Das Personal, was wir dringend brauchen, bekommen wir nur, wenn der Konzern die Beschäftigten besser behandelt. Das Konzernmanagement ignoriert aber all unsere Argumente und droht dem verbliebenen Personal stattdessen mit Kündigung. Wer soll Asklepios noch verstehen? Das ist doch absurd!“

    Pressekontakt

    Matthias Büschking
    Pressesprecher

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