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    Nach sechs Jahren: Friseurhandwerk hat wieder einen Tarifvertrag

    Nach sechs Jahren: Friseurhandwerk hat wieder einen Tarifvertrag

    14.06.2018

    „Alle haben jetzt deutlich mehr Geld im Portemonnaie“ 

    Nach sechs Jahren gibt es wieder einen Tarifvertrag für das Friseurhandwerk in Niedersachsen. „Von der Ausbildung bis zum Masterstylisten – alle haben jetzt deutlich mehr Geld im Portemonnaie“, freut sich Verhandlungsführerin und Fachbereichsleiterin Ute Gottschaar. 

    Alle Beschäftigungsgruppen profitieren: Youngstylisten verdienen ab 1. August 9,70 Euro, ab 2019 10 Euro, Masterstylisten 15,80 bzw. 16,30 Euro ab 2019. Auszubildende erhalten im ersten Lehrjahr 500 Euro, im zweiten 590 und im dritten 700 Euro pro Monat. Ab 2019 erhöht sich das auf 510, 600 bzw. 725 Euro. 

    Bei aller Freude über den geglückten Abschluss sieht Ute Gottschaar Licht und Schatten. „10 Euro nach Abschluss einer dreijährigen Ausbildung sind an der untersten Grenze dessen, was zumutbar ist. Damit können die Kolleginnen und Kollegen gerade einmal die allernötigsten Kosten decken.“ Wer so wenig verdiene, steuere fast automatisch auf Altersarmut zu, so die Gewerkschafterin. Zudem arbeiteten im Friseurhandwerk mit überwiegender Mehrheit Frauen, die durch Kindererziehungs- und Pflegezeiten oft weitere Einschränkungen in der Rente hinnehmen müssen. 

    Für das Friseurhandwerk in der Stadt Bremen sowie im Bereich Bremerhaven-Wesermünde gebe es derzeit noch keinen Tarifabschluss. „Wir erwarten von den beiden zuständigen Innungen, dass sie zeitnah unserer Aufforderung zu Tarifverhandlungen nachkommen. Sie werden ansonsten die gut ausgebildeten Fachkräfte verlieren“, fordert Ute Gottschaar.