Gemeinsam durch die Krise!

    Der Schutz der Beschäftigten und der Patienten/Patientinnen …

    Coronavirus

    Der Schutz der Beschäftigten und der Patienten/Patientinnen muss an erster Stelle stehen.

    Offener Brief des Gesamtbetriebsrats der Gesundheit Nord - Klinikverbund Bremen (GeNo) an den Bremer Senat


    Wir fordern vom Senat und den Klinikleitungen:
    Der Schutz der Beschäftigten und der Patienten/Patientinnen muss an erster Stelle stehen.

    Sehr geehrter Herr Dr. Bovenschulte,
    sehr geehrte Frau Bernhard,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    wir befinden uns alle in einer für uns noch nie dagewesenen Situation.

    Die Corona Pandemie trifft auch uns Beschäftigte in den Krankenhäusern hart. Wir bereiten uns auf eine Situation vor, von der wir alle nicht wissen, wie sie abläuft. Niemand weiß das. Die Situation verunsichert viele.

    Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten, solidarisch und fair miteinander umgehen. Wir wissen seit Jahren, wie es ist, unsere Arbeit professionell unter erschwerten Bedingungen zu leisten.

    Viele Entscheidungen, die in den letzten Jahren im Gesundheitswesen getroffen worden sind, gingen zu Lasten der Beschäftigten und der Patienten/ Patientinnen. Die Krankenhäuser sind einem extremen ökonomischen Anpassungsdruck ausgesetzt worden.

    Die Folgen sind, dass viele Beschäftigte den Beruf oder Arbeitsplatz gewechselt haben oder in Teilzeit ausgewichen sind.

    Die Rahmenbedingungen für die Erbringung der medizinischen Leistungen sind verschlechtert worden.

    Es mangelt an Anerkennung und Wertschätzung.

    Die Entwicklungen in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten können von einer bislang nicht bekannten Dynamik sein. Die Situation in anderen Ländern zeigt die Dramatik in der weiteren Entwicklung.

    Es steht in der Verantwortung aller, aus den Ereignissen zu lernen und sich professionell vorzubereiten.

    Es ist wichtig, an den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu appellieren.

    Wir fordern aber auch, was notwendig ist, um die Krise zu bewältigen und das, was erforderlich ist, um eine gute Patientenversorgung und bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitssystem sicher zu stellen.

    Der Schutz der Beschäftigten und der Patienten/Patientinnen muss an erster Stelle stehen.

    • Ausreichend Schutzkleidung (Persönliche Schutzausrüstung)
    • Mehr Personal für alle an der Krankenversorgung beteiligten Bereiche (Pflege, Ärzte, Labor, Reinigung, Krankentransport, Medizintechnik, etc.)
    • Feste Zuordnung von Reinigungspersonal auf die Stationen
    • Wer krank ist, geht nicht arbeiten. Auch für die Beschäftigten muss gelten, dass die Gesundheit Vorrang hat.

    Forderungen zur Gesunderhaltung des Personals in der Krise:

    • Engmaschige Testung aller Beschäftigten nach Einschätzung der Erforderlichkeit
    • Beschäftigte aus Risikogruppen, wie chronisch Kranke und ältere Beschäftige müssen geschützt werden.
    • Angebote zur kostenlosen Gesundheitsversorgung, der Rehabilitation und Physiotherapie, psychologische Unterstützung
    • Da mit massiven Urlaubsausfällen und Verschiebungen in diesem Jahr gerechnet werden muss, müssen einvernehmlich Regelungen gefunden werden, bis wann der Urlaub genommen werden kann.
    • Die Krise macht deutlich, dass das Gesundheitssystem mehr Unterstützung benötigt.
    • Wir fordern die volle Refinanzierung der Krankenhausleistungen sowie der Vorhaltungen für die medizinische Notfall-Situation. Darin müssen die Aufwendungen für die Verwaltung, die Medizintechnik, zusätzliches Personal und Material enthalten sein.
    • Es muss eine Gegenfinanzierung zum Ausfall der elektiven Leistungen geben.
    • Da im Notfall-Betrieb die medizinischen Leistungen umstrukturiert und verschoben werden, dürfen daraus keine finanziellen Nachteile erwachsen.
    • Wir fordern eine angemessene Infektionszulage in Anlehnung an die ver.di-Forderung.
    • Die betrieblichen Interessenvertretungen sind entsprechend ihres Auftrages am Krisen-Management zu beteiligen.

    In Erwartung ihrer Rückmeldung

    Thomas Uhlig
    Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates

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