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    Mehr als 8.000 protestieren gegen Anti-Presse-Demo der NPD

    Solidarität

    Mehr als 8.000 protestieren gegen Anti-Presse-Demo der NPD

    Hannover ist „bunt statt braun“ – dieses machtvolle Zeichen haben am 23. November mehr als 8.000 Teilnehmende einer Demonstration des gleichnamigen Bündnisses gesetzt. „Journalist*innen gegen Nazis verteidigen! Angriffen auf die Pressefreiheit entgegentreten“, war das Motto. Anlass war die gleichzeitig stattfindende Demo der NPD gegen die NDR-Journalisten Julian Feldmann, David Janzen und André Aden, denen die Neonazis kritische Beiträge vorwerfen – und sie im Aufruf persönlich beim Namen genannt hatten. Gleichzeitig wendete sich die NPD gegen den NDR – und damit gegen die Pressefreiheit. Am Rande dieser Demo zeigte sich, wie nötig die Gegenproteste waren: Journalist*innen wurden von Nazis bedrängt und bespuckt.

    Prominente Redner*innen unterstrichen in ihren Beiträgen das Motto der friedlichen Gegenproteste. Südstadts Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne, die stellvertretende ver.di-Landesleiterin Andrea Wemheuer und die Journalistin Juana Zimmermann redeten während der Auftaktkundgebung auf dem Stephansplatz. Während einer Zwischenkundgebung hatten sich IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger und DJV-Chef Dr. Frank Rieger solidarisch gezeigt. Innenminister Boris Pistorius, Regionspräsident Hauke Jagau, Oberbürgermeister Belit Onay, Superintendent Thomas Höflich, DGB-Bezirksvorsitzender Mehrdad Payandeh und ver.di-Landesleiter Detlef Ahting, der auch Vorsitzender des Landesrundfunkrats ist, sprachen während der Abschlusskundgebung auf dem Aegidientorplatz. Wie intensiv die Bedrohung für betroffene Kolleg*innen zu erleben ist, machten die Journalisten David Jan-zen und Andreas Speit in einer von Torsten Hannig moderierten Talkrunde deutlich. Eben-falls bei den Kundgebungen dabei: Poetry-Slammer Tobias Kunze.

    „Wir sind stolz und zufrieden, dass wir trotz weniger Tage Vorbereitungszeit viel mehr Teilnehmende mobilisieren konnten als wir zunächst erhofft hatten“, fasste DGB-Regionsgeschäftsführer Torsten Hannig eine ereignisreiche Woche zusammen. DGB-Stadtverbands-vorsitzender Werner Preissner bedankte sich für die Solidarität in der hannoverschen Stadtgesellschaft: „Diese Stadt ist weltoffen und demokratisch – das hat sie wieder einmal bewiesen.“ Die stellvertretende ver.di-Landesleiterin Andrea Wemheuer wiederholte das Angebot der Journalist*innen-Gewerkschaft, betroffenen Kolleg*innen zu helfen: „Wir reagieren sehr empfindlich, wenn Sie bei Ihrer Arbeit behindert werden. Wir helfen Ihnen, wo es geht, und stehen geschlossen an Ihrer Seite!“

    „Demokratie muss man aushalten können“, machte Hannig in Bezug auf die letztendlich nicht erfolgreichen Versuche der Versammlungsbehörde der Polizei Hannover deutlich, die NPD-Demo zu verbieten. Es sei gut, dass die Polizei diesen Versuch unternommen habe.

    Die Proteste gegen die NPD wurden von dem breiten gesellschaftlichen und überparteilichen Bündnis „bunt statt braun“ unterstützt. Neben dem DGB und seinen Einzelgewerkschaften ist auch der evangelische Stadtkirchenverband Hannover dabei. Der Bezirksrat Südstadt-Bult rief ebenfalls zu Protesten auf, auch der Freundeskreis Hannover mobilisierte gegen die NPD-Demo.