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    Deutliche Aufwertung ist überfällig

    Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Deutliche Aufwertung ist überfällig

    ver.di und kommunale Arbeitgeber verhandeln über neue Entgeltordnung für Gesundheitsberufe

    Am Montag (5. Mai 2014) beginnen die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über eine Entgeltordnung für die Gesundheitsberufe. Als erstes haben sich die Tarifvertragsparteien vorgenommen, über die künftige Bezahlung der Pflegeberufe zu verhandeln. „Wir fordern eine deutliche Aufwertung der Pflegeberufe. Eine examinierte Pflegekraft, die Vollzeit arbeitet,  soll künftig nicht weniger als 3.000 Euro monatlich verdienen“, sagte Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für die Gesundheits- und Pflegebranche. „Diese Aufwertung, die einige Hundert Euro monatlich zusätzlich ausmachen kann, ist angesichts der Anforderungen an diese Berufe und der hohen Verantwortung dringend erforderlich. Mit der besseren Bezahlung wollen wir die Berufe auch attraktiver machen, um dem Pflegenotstand zu begegnen.“

    Hintergrund ist, dass in der Entgeltordnung die Tätigkeitsmerkmale für alle Berufe und Tätigkeiten festgelegt werden, auf deren Basis dann die Eingruppierung der Beschäftigten in die jeweilige Entgeltgruppe – und damit die Festlegung des zustehenden Gehalts – erfolgt. Die Vergütungsordnung für Angestellte im Pflegedienst wurde im Jahr 1970 grundlegend reformiert, die danach umfassendste Änderung erfolgte 1989 noch im Rahmen des damals geltenden Bundes-Angestelltentarifvertrags (BAT) . Seit der Einführung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) zum 1. Oktober 2005 fehlt allerdings eine Entgeltordnung für den kommunalen Bereich. „Es ist höchste Zeit, dass die Entwicklung der Gesundheitsberufe von den Tarifvertragsparteien im Tarifvertrag nachvollzogen wird“, betonte Bühler. So seien von Arbeitgebern einseitig neu entwickelte Berufe, wie zum Beispiel Operationstechnische Assistenz (OTA), bisher vom Tarifvertrag gar nicht erfasst.

    Aus ver.di-Sicht soll es keine Unterscheidung mehr zwischen der Alten- und der Krankenpflege geben. Das entspricht auch der zukünftigen Weiterentwicklung dieser Berufe, denn die Gesundheitsminister des Bundes und der Länder haben sich aktuell darauf verständigt, eine gemeinsame Ausbildung auf den Weg zu bringen. ver.di fordert bereits seit langem die integrierte Ausbildung der Pflegeberufe.

    „Die neue Eingruppierung für die Gesundheitsberufe wird mehr Geld kosten, das ist schon heute klar. Wir werden die dringend erforderliche Aufwertung der qualifizierten Pflegeberufe nicht mit schlechteren Entgelten für Pflegehilfsberufe bezahlen“, unterstrich Bühler. „Alle reden von Wertschätzung und Aufwertung der pflegerischen Tätigkeiten, wir handeln.“

    Die Verhandlungen zur Entgeltordnung sind über den öffentlichen Dienst hinaus für das gesamte Sozial- und Gesundheitswesen von großer Bedeutung. Viele private Arbeitgeber und auch Wohlfahrtsverbände warten ab, auf welche Lösungen sich ver.di mit den kommunalen Arbeitgebern verständigt, um dann die Übernahme in die entsprechenden Tarifverträge zu prüfen.