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    arbeit? #abersicher

    Kampagne

    arbeit? #abersicher

    arbeit? #abersicher ver.di arbeit? #abersicher

    Gute Arbeit - anständig bezahlt, mit Tarifvertrag, unbefristet, mitbestimmt und sozial abgesichert.
    Darum geht es uns!

    Entgrenzte Arbeit, bei der die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben verschwimmen, und entsicherte, also unsichere Arbeitsverhältnisse sind an der Tagesordnung. ver.di Niedersachsen-Bremen kämpft dagegen mit einer breit angelegten Kampagne unter dem Motto »arbeit? #abersicher«.

    Jens Hansen layoutet als selbständiger Grafikdesigner Printprodukte für kleinere Auftraggeber*innen in ganz Deutschland. Sein Büro ist das heimische Wohnzimmer. In schlechten Monaten reicht sein Umsatz gerade für die Miete. Er weiß dann nicht, wie er über die Runden kommen soll. »Der Druck geht an die Substanz«, sagt er. Noch hat er den Schritt in die Selbständigkeit nicht bereut. Durch einen Bandscheibenvorfall verlor er seinen Job bei einer Werbeagentur in Hannover. Sein eigener Chef zu sein, sein Leben selbst bestimmen zu können – das gefiel ihm. Ist er ein Selbstausbeuter? »Oft bis halb 4 Uhr nachts vor dem Rechner zu sitzen, das ist natürlich nicht gesund«, sagt er. Der Grafikdesigner dachte, nach zwei Jahren ist damit Schluss, weil dann die Kund*innen mitziehen. Die Hälfte dieser Zeit ist mittlerweile verstrichen. Inzwischen glaubt er nicht mehr an geregelte Arbeitszeiten, wenn man am Markt bestehen muss.

    Katrin Henzel ist Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA) an der Uni Oldenburg. Sie arbeitet sehr viel für sehr wenig Geld. »Wir alle sind überlastet und unfair bezahlt, Weiterqualifizierung ist zeitlich unmöglich«, klagt sie. »Der Job ist eine Sackgasse!« Sie arbeitet in der Lehre und bei Prüfungen mit, berät Studierende und begleitet Praktika, Projekte und Exkursionen. LfbA – das ist die Abkürzung für ihren Job und ein Synonym für überirdisch viel Arbeit mit unterirdisch wenig Gehalt. Solche Lehrkräfte hangeln sich meist von Befristung zu Befristung, gepaart mit einer halben Stelle. Überstunden sind an der Tagesordnung. Gute Arbeit? In Oldenburg Fehlanzeige. Statt angemessene Stellen zu schaffen, sollen die LfbA-Stellen an der Uni Oldenburg weiter ausgebaut werden.

    »Diese neue Arbeitswelt braucht dringend neue Regeln.«

    Das betont ver.di-Landesleiter Detlef Ahting. Erforderlich seien etwa Zeitsouveränität, Gestaltungsspielräume und Mindestnormen für Vergütungen. Das helfe Menschen wie Katrin Henzel und Jens Hansen. »Arbeit? #abersicher« soll einerseits Initiativen für gute Arbeit in den Betrieben und öffentlichen Dienststellen anstoßen. »Dort müssen wir gute Betriebs- oder Dienstvereinbarungen für unsere Kolleg*innen erreichen«, sagt Ahting. Andererseits würden die ver.di-Forderungen nach fairen und guten Regeln an den Gesetzgeber in Bund und Ländern gestellt, um politischen Druck aufzubauen.

    ver.di-Forderungen auf einen Blick

    • Klare Regeln, die vor Selbstausbeutung schützen und entgrenzte Arbeit verhindern.

    • Erweiterte Mitbestimmung, die für alle gilt, die im Unternehmen arbeiten oder als externe Mitarbeiter*innen für das Unternehmen tätig sind.

    • Bei Crowd- und Clickworker*innen gesetzliche Mindestnormen für Vergütungen in allen Bereichen und verpflichtende Sozialabsicherung durch die Auftraggeber*innen. Haftung der Auftraggeber*innen für Einhaltung dieser Normen.

    • Mehr Möglichkeiten und das verbriefte Recht auf Weiterbildung im gesamten Berufsleben.

    • Leiharbeiter*innen und Stammbelegschaften gleich behandeln.

    • Befristung von Arbeitsverträgen begrenzen.

    • Maßnahmen gegen den Missbrauch gesetzlich erlaubter Teilzeit und von Projektgeldern für eigentlich auf Dauer angelegte Projekte im Öffentlichen Dienst.

    • Höherer gesetzlicher Mindestlohn.