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    Tarifflucht bei Madsack geht weiter: Neue Presse ist auch raus …

    Tarifflucht bei Madsack geht weiter: Neue Presse ist auch raus

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    Keine Tarifbindung mehr bei Madsack in Hannover. Auch die Neue Presse ist raus.


    Gemeinsame Pressemitteilung vom DJV Niedersachsen und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) Niedersachsen-Bremen, 20.12.2018

    Die zum Madsack-Verlag gehörende Neue Presse (NP) ist nicht mehr im Tarif – schon seit 2011 nicht mehr. Dies wurde gestern bei einer Betriebsversammlung von Chefredakteur Bodo Krüger bestätigt. Damit hat sich der Madsack-Konzern am Standort Hannover komplett aus der Tarifbindung für Redakteure verabschiedet. „Madsack verhandelt die Tarifgehälter für Redakteure und Pauschalistinnen führend mit, will sich aber selbst nicht daran halten“, kritisieren Christiane Eickmann vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) in Niedersachsen und Annette Rose, Vorstandssprecherin der Journalisten-Union Niedersachsen Bremen: „Sozialpartnerschaft sieht anders aus.“

    Erst Ende September war den Redakteuren der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) mitgeteilt worden, dass Neueinstellungen künftig nur noch über die tariflose Gesellschaft der Heimatzeitungen erfolgen würden. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) war von Beginn an nicht tarifgebunden.

    Was bei Mitarbeitern und Gewerkschaften auf Verwunderung stößt, ist die Heimlichkeit des Vorgehens bei der Neuen Presse: Redakteurinnen und Redakteure sahen in einem Aushang am Schwarzen Brett, dass ihre Zeitung die Stelle eines verstorbenen Kollegen neu ausgeschrieben hat und das Gehalt „frei verhandelbar“ sei. Auf Nachfrage des Betriebsrats wurde eine interne Hausmitteilung vorgelegt, wonach die Neue Presse seit 2011 nicht mehr tarifgebunden sei. Damals sei – vier Jahre nach der Ausgliederung aus der Verlagsgesellschaft Madsack in eine eigene GmbH – der Übergangsschutz für die Zeitung abgelaufen. Die Zeitung habe, da sie kein eigenständiger Verlag sei, nie Mitglied im Nordwestdeutschen Zeitungsverlegerverband werden können. Allerdings: Mitarbeiter und Betriebsrat wurden darüber jahrelang nicht informiert. „Vertrauen weckt das alles nicht, auch nicht für die Zukunft“, stellte ein Betriebsratsmitglied nüchtern fest.

    Die Personalreferentin der Neuen Presse betonte, für die älteren Redakteure ändere sich nichts an ihren Verträgen. Dort sei die Tarifbindung individualrechtlich vereinbart.

    Neue müssen ihre Verträge nun „frei aushandeln“, länger arbeiten und erhalten zwischen zehn und 20 Prozent weniger Gehalt. Diese Zweiklassen-Gesellschaft in den Redaktionen gibt es schon in Rostock, Lübeck und Südniedersachsen. Wie hoch das Defizit zum Tarif sei, könne sie nicht genau sagen, so die Vertreterin der Personalabteilung.


    Kontakt:

    Christiane Eickmann Geschäftsführerin DJV Niedersachsen, Tel. 0511 / 318 08 08,
    christiane.eickmann@djv-niedersachsen.de

    Annette Rose, Landessprecherin dju; Peter Dinkloh, Landesmediensekretär,
    ver.di Landesbezirk Niedersachen-Bremen, Fachbereich 8, Tel. 0511 / 124002 95, peter.dinkloh@verdi.de, annette.rose@dju-nds-hb.de